Gemeinde Dranske - Im Norden der Insel


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Geschichte

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1967

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Auszug aus der Dransker Schulchronik.
Eintrag des Lehrers Dr. Brecht für das Jahr 1910:


"....Wie man sich denken kann, waren es anfangs keine angenehmen Gedanken, die mich begleiteten, als ich am 14. Okt. abends in Wiek ankam, um von dort den zweistündigen Fußweg nach Dranske zu wandern. Dann aber fühlte ich mich angenehm enttäuscht durch die idyllische Lage des zwar kleinen aber freundlichen Dörfchens. Wahrlich, wer nur ein bißchen Sinn für Naturschönheit hat, dem bietet sich hier mancherlei Gelegenheit, seine Seele zu erfreuen an den erholsamen Wundern der Natur. Man wage nur den kurzen Weg zum Ostseestrande. Dort liegt sie vor dir die große weite See. Still und nur leicht gekräuselt, oder wild aufgeregt durch brausende Stürme. Immer aber ein Bild, das Staunen der Bewunderung im Beobachter erweckt. Dann der herrliche Weg am Strande entlang. Zur Rechten das steile Ufer, zur Linken die weite See. Das alles, vereint mit der offenen und ehrlichen Gesinnung der Bewohner Dranskes werden, wie ich hoffe, mir auch dies einsame Ländchen lieb machen....."
aufgestöbert von Christoph Wurms, Banz



Der Name Dranske, 1314 erstmals urkundlich erwähnt, wird aus dem slawischen Wort Dransky abgeleitet, was die Bedeutung "Stock" hat. Deutliche Sachzeugen der Geschichte sind reiche Bodenfunde aus verschiedenen Epochen, die in allen Ortsteilen gemacht werden konnten, und das heute noch erhaltene Hügelgrab bei Gramtitz.

Reste slawischer Siedlungen wurden bei Gramtitz und Kuhle gefunden. Fast alle Ortsnamen sind slawischen Ursprungs. So werden die Ortsteile Goos (de Choose), Ganselitz, Starrvitz (Starsevitze), Lancken (Lanka), Gramtitz (Gramtolitze) und Kreptitz (Crepssitze) erstmalig in einer Erhebung slawischer Fürsten genannt. Durch Schenkungen, Pfändungen und Verkauf kamen die Dransker Siedlungen schon früh in den Besitz der Rügener und Stralsunder Klöster sowie der Wittower Kirchen. Der "Schifferkrug", die nachweislich älteste Gaststätte der Insel Rügen, schenkte schon 1455 Bier aus. Hier kann der Gast noch heute in gemütlicher Runde romantische Stunden bei geistigen Getränken und guter Hausmannskost verbringen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde Dranske zum Büdner- bzw. Katendorf. Die Bevölkerung verdiente sich durch Fischerpacht, Seenotrettung und Schiffsbergung etwas zum Lebensunterhalt hinzu. Erste Gäste, die bestens bewirtet wurden, waren in dieser Zeit die Keimzelle des sich später entwickelnden Fremdenverkehrs. Die 1683 eröffnete Postlinie Ystad - Bug - Stralsund trug viel zu dieser Entwicklung bei.

Ein Posthaus und der Posthafen entstanden auf dem Südbug, der zur Gemeinde Dranske gehört. Dieser Linienverkehr wurde bis 1895 betrieben. Im gleichen Jahr zogen Lotsen am Südbug ein, die hier bis 1921 ihren verantwortungsvollen Dienst versahen. Der l. Weltkrieg brachte eine Wende in die Geschichte Dranskes, welche sich von nun an völlig anders entwickeln sollte, als die der anderen Orte auf der Insel Rügen. Das Militär begann den Ort Dranske zu prägen. Den kaiserlichen Seefliegern folgten die Seeflieger der Wehrmacht. In den dreißiger Jahren wurden die 13 Gehöfte des alten Fischerdorfes Dranske, bis auf das alte Schulhaus, völlig abgerissen. Die Militärsiedlung für die Angehörigen des auf dem Bug angelegten großen Fliegerhorstes, der heutige Ortskern, entstand. Auf dem Bug wurden ein Seeaufklärungsgeschwader und eine Seenotgruppe mit Flugbooten stationiert. Nach Kriegsende wurden alle militärischen Anlagen auf dem Bug durch die russischen Truppen gesprengt und demontiert. Bis Ende der vierziger Jahre kamen zahlreiche Flüchtlinge nach Dranske. Kurzzeitig prägten Fischerei, Landwirtschaft und Fremdenverkehr das Leben im Ort.

Im Jahr 1963 begann die Nationale Volksarmee der DDR einen Schnellbootstützpunkt auf dem Bug einzurichten. Von 1968 bis 1989 entstanden in Dranske Großplattenbauten als Wohnungen für die Familien der Berufssoldaten. Folgeeinrichtungen, wie Kaufhalle, Post, Apotheke und Arztpraxis, zwei Kindertagesstätten und zwei Schulen folgten innerhalb dieser Zeit. Im Bereich Bakenberg entstanden gleichzeitig Erholungseinrichtungen von Betrieben aus Berlin, Sachsen und Thüringen. Der große Campingplatz in Nonnevitz wird seit den 60er Jahren von Campern aus Sachsen, Berlin und Thüringen besucht. Seine einmalige Lage zieht aber auch Gäste aus der unmittelbaren Umgebung Rügens an. Durch die Urlaubsangebote des FDGB und der NVA entwickelte sich Dranske zu einem begehrten Urlaubsziel. Der Marinestützpunkt Bug wurde nach der deutschen Wiedervereinigung ab 1990 aufgelöst und 1991 endgültig geschlossen. Dranske verlor seinen größten Arbeitgeber. Auch die ansässigen Außenstellen der Kleiderwerke Greifswald und des Elektronikwerkes Frankfurt/Oder schlossen. Landwirtschaft und Fischerei bauten Arbeitsplätze ab. Die Zahl der Einwohner sank drastisch von einst 3.900 auf etwa 1.700. Die landschaftlich gute Lage gab den Ausschlag für die Perspektive des Ortes. Dranske hat alle Voraussetzungen, ein beliebter und begehrter Urlaubs- und Erholungsort zu werden. Straßen und Wege wurden erneuert, eine Promenade mit Ruhezonen am Bodden angelegt, die Situation des ruhenden Verkehrs in der Gemeinde verbessert, sowie Wander- und Radwege im Gemeindegebiet ausgebaut.


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Besuchen Sie doch auch unser Marinehistorisches- und Heimatmuseum Dranske / Bug.




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